boxermotor.com   15.05.2008
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Geschichtliches
Im Jahr 1896 erfand Karl Benz den Boxermotor. Er bezeichnete den Motor zunächst als Contra-Motor, da sich die beiden Zylinder gegenüber befanden. Dieser erste Boxermotor hatte 2,7 Liter Hubraum (2 Zylinder) und leistete bei 750 U/min rund 10 PS bzw. 7,35 kW. Dieser Motor kam im Benz Dos-a-Dos zum Einsatz.
Bild Dos-a-Dos
 
 
Benz Dos-a-Dos (Rücken an Rücken)
  Baujahr 1897
  Gewicht: 910 kg
  Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
 
 
Skizze von Karl Benz
Skizze
 

 
Definition des Boxermotors
 
Boxer-AnimationEin Boxermotor ist ein Motor, bei dem sich die Zylinder flach zu beiden Seiten der Kurbelwelle in einer Ebene leicht versetzt gegenüber liegen. (Zylinderbankwinkel 180°) Jeder Zylinder besitzt eine eigene Kröpfung an der Kurbelwelle. Daher genügen beim Vierzylinder-Boxermotor beispielsweise drei Kurbelwellenlager. Diese Bauweise erlaubt eine kürzere Ausführung der Kurbelwelle als beim Reihenmotor. Dadurch verfügt der Boxermotor über eine hervorragende Laufruhe, höchste Zuverlässigkeit und einen niedrigen Schwerpunkt (Unterflurmotor).
 

 
Vorteile/Nachteile des Boxers
 
Der Motor erzeugt kaum Vibrationen, da durch die gegenüberliegende Anordnug der Zylinder die bei der Bewegung der Kolben entstehenden Kräfte wechselseitig aufgehoben werden. (Massenkräfte 1. und 2. Ordnung werden vermieden.) Das Ergebnis ist ein seidenweicher, runder Lauf des Motors. Ein weiterer Vorteil ist, daß durch die horizontale Anordung der Ein- und Auslaßkanäle der Boxermotor sehr niedrig gebaut werden kann und durch seine beiden gleichschweren Zylinderreihen sehr gut ausbalanciert ist. Daraus resultiert ein tiefer Schwerpunkt und es läßt sich ein symmetrisches Fahrwerkskonzept realisieren.
Ein Nachteil ist der hohe Bauaufwand durch zwei Zylinderköpfe. Außerdem ist der Motor wegen seiner großen Baubreite ungeeignet für einen Quereinbau.
 
Motorbild
 
6-Zylinder-Boxermotor
6-Zylinder-Biturbo-Boxermotor
3,2 Liter, 6-Zylinder-Boxermotor, Porsche Boxster
3,6 Liter, 6-Zylinder-Biturbo-Boxermotor, Porsche
6-Zylinder-Boxermotor
3,6 Liter, 6-Zylinder-Boxermotor, Porsche (996)
 
 

 
Bezeichnung der Zylinder
Bezeichnung der ZylinderIn der DIN 73021 ist die Bezeichnung der Zylinder an Mehrzylinder-Motoren festgelegt. Die Bezeichnung der Zylinder beginnt stets an der der Kraftabgabe gegenüberliegenden Seite des Motors. Bei einem Boxermotor liegt der erste Zylinder in der linken Zylinderreihe und der kraftabgebenden Seite gegenüber. Die Zylinder werden in der Reihe fortlaufend gezählt. In der im Uhrzeigersinn folgenden Reihe wird weitergezählt.
Die Vierzylinder-Boxermotoren der Fabrikate VW und Porsche werden nicht nach DIN 73021 bezeichnet. Hier beginnt man die Zählung in der rechten Zylinderreihe an der kraftabgebenden Seite.
 

 
Zündfolgen
   
     
Zweizylinder Boxermotor 2x gelagert
Zweizylinder Boxermotor
 
 
Zündfolge Zweizylinder Boxer
 
 
Zündabstand: 360°
 
 
1 Arbeitstakt je Kurbelwellenumdrehung
 
     
     
Vierzylinder Boxermotor 3x gelagert
Vierzylinder Boxermotor
 
 
Zündfolge Vierzylinder Boxer
 
 
Zündabstand: 180° Zündfolge: 1-4-3-2 oder 1-2-3-4
 
 
1 Arbeitstakt je halber Kurbelwellenumdrehung
 
     
     
6-Zylinder Boxermotor 4x gelagert
Zündfolge Sechszylinder Boxer
 
 
Zündabstand: 120° Zündfolge: 1-6-2-4-3-5
 
 
1 Arbeitstakt je 1/3 Kurbelwellenumdrehung
 
 
Die Arbeitstakte überschneiden sich wie beim Sechszylinder-Reihenmotor.
 
 

 
   
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